Spiritualität und Politik

Spiritualität und Politik sind zwei zentrale Elemente eines Projektes, das gelebt sein will und im konkreten Vollzug Attraktivität und Vitalität entfaltet! Christliche Nachfolge als ganzheitliches Lebensprojekt und Lebenspraxis lebt aus dieser ständigen Pendelbewegung der Innen- und Außenarbeit. Sie hat eine spirituell-mystische und eine praktisch-politische Komponente. Beide potenzieren einander im lebendigen Vollzug einer Grundorientierung hin auf  Frieden, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Christsein ist immer beides: eine existenziell-politische Berufung und ein spirituell-mystisches Zuhause.

Im Kontext unserer zerrissenen, zerstückelten und gewaltvollen Wirklichkeit lebt dieses Projekt jenseits von privatisierter Frömmigkeit und rastlosem Aktivismus in ständigen Anfechtungen und Anfragen, doch getragen vom Geist Jesu, der Befreiung und Heilung schenkt.
Wir können uns nicht an der von Gott geschenkten spirituellen Kraft erfreuen, wenn wir uns nicht genauso gern im Kampf  um Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Versöhnung in unserer Gesellschaft engagieren. Und wir können den Kampf nicht durchhalten, wenn wir uns nicht persönliche Kraft von dem Gott holen können, den Jesus liebte. Wie auch immer diese heilige Macht erfahren wird oder wir sie uns vorstellen mögen.

Wir brauchen diese Kraft, um:
-    unterdrückte Völker und Geschöpfe zu befreien;
-    persönliche Wunden, unsere und die anderer zu heilen;
-    uns von der Angst, Habgier und mangelnden Vertrauen
     zu befreien;
-    für Frieden und Gewaltfreiheit einzutreten.

Dieses spirituell-politische Projekt will uns helfen, geschwisterlich mit Jesus inmitten unserer konsumistischen Plünderungskultur und den wirtschaftlichen und politischen Ausgrenzungsprozessen zu bestehen.
Über Jesus nachdenken und sich mit ihm verbändeln, heißt über Macht nachdenken. Wie Jesus sind auch wir berufen, dieses mit Macht kommende Reich Gottes zu bezeugen. Jesus war göttlich in derselben Weise wie wir alle auch – miteinander in gegenseitiger Beziehung mit unseren Schwestern und Brüdern. Keiner von uns allein ist Gott. Gott ist der Heilige Geist, der unsere Leben verbindet und mit uns und durch uns wirkt und lebt. Gott ist unsere Heilige Macht für Heilung und Befreiung und Gott war auch Jesu heilige Macht. Dies ist heute noch genauso wahr wie vor 2000 Jahren. Uns ist die Kraft gegeben, miteinander göttlich zu handeln. Ich kann dies nicht allein – den Anderen, die Gemeinde, Pax Christi brauche ich dabei. Der Geist aber, der das Leben Jesu entzündet hat, wirbelt auch uns herum, lockt, uns zu verwandeln, fordert uns auf, miteinander göttlich zu handeln und drängt uns, die kapitalistische und privatistische Spiritualität der Selbstbezogenheit, die auch die Kirche erfasst hat, hinter uns zu lassen.
Zu lange haben wir Christinnen und Christen gemeint, wir hätten nur sehr wenig Heilige Macht, kaum etwas Göttliches, wenig Güte in uns und um uns herum. Am Anfang und am Ende, insbesondere in all unseren großen und kleinen Konflikten, ist Gott mit uns. Denn unsere Hände sind Gottes Hände in unserer Gesellschaft.

Thomas Wagner

Links

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Ein Überblick assoziierter Organisationen

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Präambel

Auszug aus den Statuten