Aktion Wanderfriedenskerze 2019

hi|baku|sha: „LEIDEN – BOMBE – MENSCH“
Gebet für die vergessenen Opfer von Krieg und Gewalt

1. September – vor 80 Jahren: Leiden über Leiden beginnen mit dem Überfall auf Polen. Neuartige Bomben und Kampfsysteme werden im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Bis hin zum Abwurf der ersten Atombomben in Hiroshima und Nagasaki. Und bei allem die Frage: Mensch – wo bist Du? Sind Menschen nur Opferzahlen im Krieg? Sind Menschen nur Befehlsempfänger im Krieg? Sind Menschen nur deshalb unmenschlich, weil Krieg ist?

Wird mit den Waffen auch die Menschenwürde weggebombt? Wird die Mitmenschlichkeit auf dem Altar des Krieges geopfert? Viele Fragen – aber was geschieht mit den Opfern?

Viele Fragen, die oft nicht gestellt werden. Da viele Opfer mundtot gemacht werden und still bleiben. Nicht mehr reden können, ihr Leid nicht in Worte fassen können. Für sie alle beten wir in diesem Jahr besonders. Die Opfer, die keiner sieht und hört.

Und wir beten dafür, dass wir ihnen zur Seite stehen. Auch die wahrnehmen, welche die Kraft finden, ihre Opferrolle zu überwinden und für andere da zu sein. Ihnen aufhelfen aus ihrem Leid. Sprachrohr werden für die vielen Stumm-Gemachten. Auch für die Tiere und die Natur.

·         Greta Thunberg, die als Jugendliche mit der Bewegung „Fridays for future“ für die Bewahrung der Schöpfung und gegen das stille Absterben vieler Tier- und Pflanzenarten eintritt;

·         Antoine Leris, der seine Frau bei den Anschlägen in Paris 2015 verloren hat und einen Brief an die Attentäter veröffentlichte: „Meinen Hass bekommt ihr nicht“;

·         Kim Phúc Phan Thi, die als Kind einen Napalm-Angriff im Vietnamkrieg überlebte und deren Foto um die Welt ging. Sie wurde „Botschafterin des guten Willens“ der UNESCO und gründete eine Stiftung für Kinder, die Kriegsopfer wurden.

Auch andere Friedensengagierte konnten sich befreien von der niederdrückenden Last des Leids und so anderen zur Seite stehen und gegen Bomben und Krieg aufstehen. Für die vielen Opfer, die keine Stimme haben. Gegen das große Leid, dass durch die Atomwaffen, die Atomkraft und den Uranabbau über die ganze Schöpfung kommt.

Wir beten in diesem Jahr besonders für die Opfer der „Nuklearen Kette“, die oft unbekannt sind: vom Uranbergbau über die Urananreicherung, zivile Atomunglücke, Atomwaffentests, militärische Atomunfälle, Atombombenangriffe bis hin zu Atommüll und abgereicherter Uranmunition. Das Gedenken gilt den Menschen, deren Leben durch die Atomindustrie beeinträchtigt wurde: den indigenen Völkern, deren Heimat durch Uranbergbau in atomare Wüsten verwandelt wurde, den „Downwinders“ von mehr als 2.000 Atomwaffentests, den Überlebenden der Atomwaffenangriffe von Hiroshima und Nagasaki sowie den Menschen, die durch radioaktiven Niederschlag von zivilen und militärischen Atomkatastrophen betroffen sind. Sie alle hätten ein besseres Leben, wenn man das Uran im Boden belassen hätte.

„Hibakusha“ – so nennt man in Japan die Überlebenden der Vernichtung durch Atombomben. „Leiden – Bombe – Mensch“ – so würden wir es übersetzen.

Nelly Sachs, die jüdische Schriftstellerin, welche in ihrem Werk die Totenklage für ihr gequältes Volk formuliert hat, hat nie ein Wort des Hasses geschrieben. Sie hat im Leid die Chance der Befreiung vom Leid gefunden. In einem Satz sagt sie es so: „Denn im Geheimnis des Seufzers kann das ungesungene Lied des Friedens keimen!“  (Nelly Sachs, Fahrt ins Staublose. Gedichte, Frankfurt a. M. 1961, S. 62.)

Beten wir dafür, dass alle Menschen das ungesungene Lied des Friedens in sich finden.


Start der Aktion 2002 und bisherige Themen

Unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001 in New York gründeten verschiedene christliche Gruppen, Gemeinden und Kirchen das Ökumenische Friedenskonveniat Rhein-Main, um über Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam zu beten und Friedensarbeit zu gestalten. Daraus ist 2002 die Aktion Wanderfriedenskerze entstanden: Besonders gestaltete Kerzen »wandern« seitdem in jedem Herbst durch die Rhein-Main-Region und brennen als »Licht des Friedens« bei ökumenischen und konfessionsübergreifenden Friedensgebeten, Gottesdiensten und vielen anderen Veranstaltungen.
Immer am 1. September – dem Beginn des Zweiten Weltkrieges – startet die Aktion Wanderfriedenskerze mit einem gemeinsamen Gottesdienst zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Von dort aus gehen die Friedenskerzen auf ihre Reise durch etwa 70 bis 80 Gemeinden, Schulen und christliche Einrichtungen in der Rhein-Main-Region.
Um Buß- und Bettag, dem letzten Tag der Ökumenischen FriedensDekade, endet die Aktion mit einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst oder dezentralen Abschlüssen. Im Anschluss werden die Friedens­kerzen als verbindende Symbole für Frieden und Versöhnung an Partnerkirchen und -organisationen  insbesondere in Krisen- und Konfliktgebieten in aller Welt weitergereicht.
 
Bisherige Themen
2002: Gedenken an die Opfer von Krieg und Terror
2003: ... und übt nicht mehr für den Krieg
2004: Zur Überwindung von Gewalt
2005: Gestohlene Kindheit - Kinder als Opfer von Krieg und Gewalt
2006: Vorsicht Lebensgefahr! Bedrohung durch Kleinwaffen
2007: Wenn einer anfängt aufzuhören ... Frieden wächst nicht aus Gewalt!
2008: Miteinander Aneinander Vorbei. Schritte zur Solidarität mit Minderheiten
2009: 70 Jahre Kriegsbeginn. Nie wieder!
2010: Leben achten statt Tod verkaufen
2011: Brot und Wasser denen, die fliehen vor dem Schwert
2012: Du bist nicht mein Feind! – Netzwerke bauen für den Frieden
2013: "Hätte ich doch Flügel wie eine Taube" (Psalm 55)
2014: "Gott gab uns Atem, damit wir leben"
2015: "Sie werden sicher wohnen" (Micha 5,3)
2016: „Zwischen Welten“
2017: "Du machst mein Herz weit!"
2018: "Sie sagen: 'Friede, Friede' - und es ist kein Friede!" (Jer 8,11)

Kerze buchen

Sie können per E-Mail und hier online Termine  für den Zeitraum 2. September bis 20. November anfragen. Wir prüfen, ob es möglich ist, eine Friedenskerze in Ihrer Nähe zu dem von Ihnen gewünschten Termin bereit zu stellen oder suchen eine Alternative.

Die Koordination der Aktion "Wanderfriedenskerze" inklusive der Kerzentermine leistet das Friedensarbeitsbüro:

Telefon/Fax: 06172/928679
Mobil: 06172/3806012

friedensarbeiter@pax-christi.de

mit Unterstützung des Zentrums Ökumene der EKHN und EKKW:

Martina Schreiber
Praunheimer Landstraße 206
60488 Frankfurt am Main
Tel.: 069 976518-53 
Fax: 069 976518-59 
schreiber[at]zentrum-oekumene.de

Kerzenstandorte

Friedenskerze 1 - Darmstadt:
Ökumenischer Kirchenladen Kirche&Co., Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt, 06151/296415, kircheundco[at]kircheundco.dewww.kircheundco.de.
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do 10-17 Uhr; Di 10-18 Uhr; Fr 10-13 Uhr

Friedenskerze 2 und 3 - Frankfurt:
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt/Main, 069/8008718-0. Kontakt: Birgit Wehner, 069/8008718 471, b.wehner[at]bistumlimburg.de.
Pfortenzeiten: Mo - Fr, 8 bis 18 Uhr

Friedenskerze 4 und 5- Frankfurt:
Zentrum Ökumene der EKHN und EKKW, Martina Schreiber, Praunheimer Landstraße 206, 60488 Frankfurt am Main, Tel.: 069 976518-53, schreiber@zentrum-oekumene.de.

Friedenskerze 6 - Gießen:
Im September:
Kirchenladen, Marktplatz 7, 35390 Gießen, 0641/9698535, post@kirchenladen-giessen.dewww.kirchenladen-giessen.de. Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr

Ab Oktober:
Laurentiuskonvent Laufdorf, Ringstr. 21, 35641 Schöffengrund, Kontakt: Stephan Hünninger, 06445/302000 oder 0173/5292720


Friedenskerze 7 - Limburg:
BO LimburgAbteilung Weltkirche, Roßmarkt 4, 65549 Limburg, Kontakt: 06431/295- 448, weltkirche[at]bistumlimburg.de.

Friedenskerze 8 - Mainz:
BO Mainz, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz, 06131/253-0. Kontakt: Alois Bauer, frieden[at]bistum-mainz.de, 06131/253-263.

Friedenskerze 9 - Offenbach:
Kath. Pfarrei St. Paul
, Kaiserstr. 60, 63065 Offenbach, Kontakt: Barbara Hoffmann-Neeb, b.hoffmann-neeb@t-online.de, 069/868791.