„Sie sagen: Friede, Friede – und es ist kein Friede!“

Berichte zur Aktion Wanderfriedenskerze 2018


Wanderfriedenskerze an "Stop Fuelling War" übergeben

Christopher Hatton, Stop Fuelling War, nimmt die Wanderfriedenskerze 2018 und das Gästebuch, in das die Stationen ihrer Wanderung eingetragen wurden, von Lydia Funck, Church and Peace, entgegen.

Im Zuge der seit 2002 stattfindenden Ökumenischen Aktion Wanderfriedenskerze waren in diesem Jahr neun Kerzen unterwegs. Zwischen dem 1. September und dem Buß- und Bettag regten sie in vielen vielen Friedensgebeten, Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen dazu an im Angesicht von Krieg, Gewalt und Terror über Frieden nachzudenken.
Nach Beendigung der Aktion werden die Kerzen an Initiativen verschenkt, die sich in besonderer Weise für Frieden und Versöhnung engagieren.
Im Rahmen der gemeinsamen Herbsttagung von Church and Peace, dem Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee, dem Mennonitischem Friedenszentrum Berlin, der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) und dem deutschen Zweig des Versöhnungsbundes, die vom 23.-25. November 2018 auf dem Thomashof stattfand, wurde die Wanderfriedenskerze im Gottesdienst an Stop Fuelling War (zu Deutsch: Hört auf Krieg zu schüren) überreicht. Stop Fuelling War wurde von europäischen Quäkern ins Leben gerufen, um der Normalisierung des Handels mit Kriegswaffen aktiv entgegenzutreten.

„Wir fühlen uns mit Stop Fuelling War verbunden und wollen mit dieser Geste unsere Solidarität und Anerkennung eures Engagements zum Ausdruck bringen“, so Lydia Funck von church and peace bei der Überreichung der Kerze. Christopher Hatton, der auch in einem Workshop die Arbeit von Stop Fuelling War vorstellte, nahm sie mit Dank entgegen und ergänzte: „Diese Kerze ist ein angemessenes Gedenken an die Opfer des Waffenhandels – die Hersteller*innen, Verkäufer*innen, Verwundeten und Toten. Bei Quäker-Andachten ist es nicht untypisch eine Kerze in unserer Mitte anzuzünden. Sie ist ein Symbol dafür, dass das „Licht Christi“ unter uns und in uns ist, egal wie dunkel die Welt uns erscheint. (…) Manche Menschen sehen immer nur den Ozean der Dunkelheit, Tod und Zerstörung, die der Waffenhandel hervorbringt. Aber diejenigen unter uns mit Glaube, Hoffnung und Liebe wissen auch, dass es immer Licht in diesem Dunkel geben wird!“
„Mit dieser symbolischen Kerze werden wir die Dunkelheit ans Licht bringen und so nach und nach Waffenhändler*innen dabei helfen, die Falschheit ihres Weges zu erkennen“, so Hatton weiter.


Erste Wanderfriedenskerze 2018 geht auf die Reise

Vertreter des pax christi Vorstandes (v. l.: Peter Hofacker, Christoph Kraus) haben Kardinal Chavez eine Wanderfriedenskerze mit nach El Salvador gegeben. Zum Abschluss der diesjährigen Adveniat-Eröffnung gab es diese kurze Begegnung. Tage zuvor hatte der Kardinal sich mit pax christi Mitgliedern in Eschborn getroffen. So nahm er die Kerze gerne entgegen und sprach ein eindringliches Dankwort für die versammelten VeranstalterInnen. Er ging von der "Christopherus-Bruderschaft" aus, deren  Motto es ist, dass es besser ist ein Licht in der Dunkelheit anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen. So möge die Brücke des Gebetes und des Lichtes reichen von El Salvador zu uns und zurück.


Regionaler Abschluss der diesjährigen Aktion Wanderfriedenskerze. Gedenken an die Opfer deutscher Rüstungsexporte

 

Leo, Tiger, Marder, Wiese, Gepard, Luchs – hinter all diesen Tiernamen verbergen sich Waffensysteme deutscher Hersteller. Tödliche Waffen werden mit Tiernamen bedacht.  Sprache schafft Wirklichkeit. Waffen und Gewalt sind jedoch keine schöne Wirklichkeit. Darum werden sie unter anderem durch Verniedlichungen schön geredet. Diese Taktik ist uralt. Schon der Prophet Jeremia in der Bibel stöhne über das Unrecht, das die Regierenden seiner Zeit schafften, mit den Worten: „Sie sagen: Friede, Friede, und es ist kein Friede.“ (Jer 8,11)

Mit der diesjährigen Aktion Wanderfriedenskerze wollten die Veranstalter die Heuchelei im Umgang mit deutscher Waffenproduktion hinweisen, auf  einen Stopp deutscher Waffenlieferungen dringen und für die Opfer deutscher Rüstungsexporte beten.

Die Katholische Pfarrei St. Aureus und Justina und die Evangelische Christuskirche Bingen-Büdesheim luden am Buß- und Bettag, 21. November 2018, zu einem ökumenischen Gottesdienst ein, der auch den regionalen Abschluss der Aktion Wanderfriedenskerze bildete.

Nach einer Station in der Kath. Pfarrkirche wurde die Wanderfriedenskerze in einer Prozession zur Evang. Christuskirche getragen, wo der ökumenische Gottesdienst mit dem Motto „Sie sagen: Friede, Friede – und es ist kein Friede!“ gefeiert wurde.

Anja Janßen und Petra Roßkopf aus Büdesheim hatten die rheinhessische Friedenskerze gestaltet und erklärten, was sie sich dabei gedacht hatten:

„Unfriede fängt schon im Kleinen an.

Wir kennen den Nachbarschaftskrieg über den Grenzzaun.

Den Kleinkrieg innerhalb der Familie.

Mobbing, eine Form von Krieg auf der Arbeit und in der Schule.

Glaubenskrieg, - wer glaubt an den richtigen Gott?

Krieg in der Politik zwischen den Parteien.

Man könnte die Liste bestimmt noch erweitern.

Um wirklichen Frieden, auch für uns selbst, bitten wir.

Um ihn zu finden, müssen wir manchmal die Perspektive wechseln. So wie wir bei dieser Kerze die Perspektive wechseln müssen, um das Ganze zu sehen.“

Im Zentrum des Gottesdienstes stand ein Gespräch zwischen „Tiger“, „Leopard“, „Friedenstaube“ und einem Flüchtling aus dem Iran. Marder, Wiesel, Gepard, Luchs, Biber – das sind alles Tiere und das sind alles auch Namen für Waffen aus Deutschland. Die Panzer Puma und Leopard werden heute in Kassel von der Firma KraussMaffei- Wegmann zusammengebaut. Der iranische Flüchtling schilderte, dass im Iran Waffensysteme mit Koranversen benannt werden.

Die Gläubigen wurden eingeladen, zum Gedenken an die Opfer deutscher Rüstungsexporte eine kleine Kerze an der Wanderfriedenskerze anzuzünden. Anschließend wurden Fürbitten gesprochen, in denen die Empörung über menschenverachtende Exporte zum Ausdruck kam, in denen aber auch die Trauer um unschuldige Opfer von Krieg und Gewalt zur Sprache kam sowie die Hoffnung auf ein friedlicheres Zusammenleben der Menschen verschiedenster Herkunft.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Teilnehmenden zum Gespräch bei  Tee und Gebäck eingeladen. Die Kollekte wurde für die ökumenische Aktion „Ohne Rüstung Leben“ gesammelt.

Zum Hintergrund:

Die Wanderfriedenskerze war seit September in Rheinhessen an zahlreichen Orten unterwegs in Pfarreien und Kirchengemeinden, Kindergärten, bei Friedensgebeten, in Schulen. Mit diesem Symbol sollte der Opfer deutscher Rüstungsexporte gedacht und der Sehnsucht nach Frieden in dieser Welt Raum gegeben werden.

Neben der Kerze in Rheinhessen waren acht weitere Kerzen im Gebiet der Diözesen Limburg und Mainz bzw. der EKHN unterwegs. Initiiert wurde die Aktion Wanderfriedenskerze im Jahr 2002 durch pax christi.

Kerze buchen

Sie können per E-Mail und hier online Termine  für den Zeitraum 2. September bis 21. November anfragen. Wir prüfen, ob es möglich ist, eine Friedenskerze in Ihrer Nähe zu dem von Ihnen gewünschten Termin bereit zu stellen oder suchen eine Alternative.

Die Koordination der Aktion "Wanderfriedenskerze" inklusive der Kerzentermine leistet das Friedensarbeitsbüro:

Telefon/Fax: 06172/928679
Mobil: 06172/3806012

friedensarbeiter@pax-christi.de

mit Unterstützung des Zentrums Ökumene der EKHN und EKKW:

Martina Schreiber
Praunheimer Landstraße 206
60488 Frankfurt am Main
Tel.: 069 976518-53 
Fax: 069 976518-59 
schreiber[at]zentrum-oekumene.de

Kerzenstandorte

Friedenskerze 1 - Darmstadt:
Ökumenischer Kirchenladen Kirche&Co., Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt, 06151/296415, kircheundco[at]kircheundco.dewww.kircheundco.de.
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do 10-19 Uhr; Di 10-18 Uhr; Fr 10-16 Uhr

Friedenskerze 2 und 3 - Frankfurt:
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt/Main, 069/8008718-0. Kontakt: Birgit Wehner, 069/8008718 471, b.wehner[at]bistumlimburg.de.
Pfortenzeiten: Mo - Fr, 8 bis 18 Uhr

Friedenskerze 4 und 5- Frankfurt:
Zentrum Ökumene der EKHN und EKKW, Martina Schreiber, Praunheimer Landstraße 206, 60488 Frankfurt am Main, Tel.: 069 976518-53, schreiber@zentrum-oekumene.de.

Friedenskerze 6 - Gießen:
Im September:
Kirchenladen, Marktplatz 7, 35390 Gießen, 0641/9698535, post@kirchenladen-giessen.dewww.kirchenladen-giessen.de. Öffnungszeiten: Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr

Ab Oktober:
Laurentiuskonvent Laufdorf, Ringstr. 21, 35641 Schöffengrund, Kontakt: Stephan Hünninger, 06445/302000 oder 0173/5292720


Friedenskerze 7 - Limburg:
BO LimburgAbteilung Weltkirche, Roßmarkt 4, 65549 Limburg, Kontakt: 06431/295- 448, weltkirche[at]bistumlimburg.de.

Friedenskerze 8 - Mainz:
BO Mainz, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz, 06131/253-0. Kontakt: Alois Bauer, frieden[at]bistum-mainz.de, 06131/253-263.

Friedenskerze 9 - Offenbach:
Kath. Pfarrei St. Paul
, Kaiserstr. 60, 63065 Offenbach, Kontakt: Barbara Hoffmann-Neeb, b.hoffmann-neeb@t-online.de, 069/868791.

Berichte


Bilder Eröffnungsgottesdienste


Jubiläum: 15 Jahre Wanderfriedenskerze


Wanderfriedenskerze 2016

Bericht zur Eröffnung

Gottesdienst in Ingelheim

Friedenskerze für Kroatien