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Rettungskette für ein offenes, buntes und friedliches Europa

Lahnstein. Ein Zeichen setzte auch die Lahnsteiner Pax-Christi-Gruppe und beteiligte sich mit einem Gottesdienst und der Aktion „Hand in Hand“ an der europaweit durchgeführten „Rettungskette für Menschenrechte“. Die Lahnsteiner waren somit Teil einer internationalen Manifestation gegen den tausendfachen Tod von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Der Arnsteiner Pater Wolfgang Jungheim stand dem Gottesdienst in der Barbarakirche im Stadtteil Niederlahnstein vor. Der Text aus dem Markus-Evangelium („Wer ein Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf“) zeige, dass Jesus stets auf der Seite der Kleinen stünde. Jungheim und drei Sprecherinnen forderten unter anderem eine Politik der Solidarität und Aufnahme statt einem EU-Migrationspakt, der auf Abschottung und Abschiebung setze sowie die Entkriminalisierung der Seenotrettung und das Recht aller Menschen auf Zugang zu einem fairen Asylverfahren in der Europäischen Union. Die Lager auf den griechischen Inseln sollten evakuiert werden und die bundesdeutsche Unterstützung für die kroatische Grenzpolizei, welche illegale Zurückweisungen von Flüchtlingen in das arme Bosnien vornehme, müsse gestoppt werden. „Aufnahme statt Abschottung“ müsse die Devise lauten. Der überwiegende Teil der Christen zeigte sich solidarisch und unterzeichnete eine Petition für den Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments. Beeindruckend war der Moment, als die Zahl der Kirchenbesucher verdoppelt wurde durch den Einlass afghanischer Familien mit ihren Kindern in das Gotteshaus. Die in Lahnstein lebenden Flüchtlingsfamilien bekundeten damit, dass ihre Gedanken und Ängste derzeit bei den Eltern, Geschwistern und sonstigen Verwandten in Afghanistan sind. Nach der Machtübernahme der radikal-islamischen Taliban würden die Rechte der Frauen stark eingeschränkt. Die Flüchtlinge freuten sich über die Solidarität, welche sie an diesem Abend durch die Lahnsteiner Christen erfuhren. „Wir wollen für die Angehörigen beten“, meinte Jungheim, während Peter Auras auf der Gitarre „Herr, gib uns deinen Frieden“ anstimmte. Über 100 Personen bildeten so einen großen Kreis in der Kirche für Menschlichkeit und Menschenrechte.