Wanderfriedenskerze

Aktion Wanderfriedenskerze

Gestohlene Kindheit - Sackgasse Flüchtlingslager
Sie fliehen vor Krieg und Gewalt, politischer Verfolgung, mit ihrer ganzen Familie oder allein. Etwa 40% der fast 80 Millionen Menschen auf der Flucht sind jünger als 18 Jahre. - Kinder! Krieg und Flucht stehlen vielen von ihnen ihre Kindheit. Statt zu spielen, müssen sie arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Körperliche und seelische Verletzungen durch Flucht und Lagerleben beeinträchtigen ihre Gesundheit oft für das ganze weitere Leben.

Ein Synonym für ein menschenunwürdiges Leben in Flüchtlingslagern in Europa ist Moria auf der Insel Lesbos in Griechenland, eine Schande für ein Europa, das stolz ist auf seine christlichen und humanen Werte. Die Sackgasse Flüchtlingslager hat System und will Menschen, die vor Gewalt und Krieg Richtung Europa fliehen, abschrecken.

Jesus wurde einmal gefragt, welcher gute Wille bei Gott zählt. Er hat daraufhin ein Kind in die Mitte der Fragenden gestellt und gesagt: "Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt micht auf!" (Matthäus 18,5). Mit der Ökumenischen Aktion Wanderfriedenskerze beten wir für Kinder auf der Flucht. Wir beklagen eine unrechte und unwürdige europäische "Lagerpolitik" und wollen Menschenrechte statt Moria.

Start der Aktion 2002 und bisherige Themen
Unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001 in New York gründeten verschiedene christliche Gruppen, Gemeinden und Kirchen das Ökumenische Friedenskonveniat Rhein-Main, um über Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam zu beten und Friedensarbeit zu gestalten. Daraus ist 2002 die Aktion Wanderfriedenskerze entstanden: Besonders gestaltete Kerzen »wandern« seitdem in jedem Herbst durch die Rhein-Main-Region und brennen als »Licht des Friedens« bei ökumenischen und konfessionsübergreifenden Friedensgebeten, Gottesdiensten und vielen anderen Veranstaltungen.

Immer am 1. September – dem Beginn des Zweiten Weltkrieges – startet die Aktion Wanderfriedenskerze mit einem gemeinsamen Gottesdienst zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Von dort aus gehen die Friedenskerzen auf ihre Reise durch etwa 70 bis 80 Gemeinden, Schulen und christliche Einrichtungen in der Rhein-Main-Region.

Um Buß- und Bettag, dem letzten Tag der Ökumenischen FriedensDekade, endet die Aktion mit einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst oder dezentralen Abschlüssen. Im Anschluss werden die Friedens­kerzen als verbindende Symbole für Frieden und Versöhnung an Partnerkirchen und -organisationen  insbesondere in Krisen- und Konfliktgebieten in aller Welt weitergereicht.

Themen der vergangenen Jahre
2002: Gedenken an die Opfer von Krieg und Terror
2003: ... und übt nicht mehr für den Krieg
2004: Zur Überwindung von Gewalt
2005: Gestohlene Kindheit - Kinder als Opfer von Krieg und Gewalt
2006: Vorsicht Lebensgefahr! Bedrohung durch Kleinwaffen
2007: Wenn einer anfängt aufzuhören ... Frieden wächst nicht aus Gewalt!
2008: Miteinander Aneinander Vorbei. Schritte zur Solidarität mit Minderheiten
2009: 70 Jahre Kriegsbeginn. Nie wieder!
2010: Leben achten statt Tod verkaufen
2011: Brot und Wasser denen, die fliehen vor dem Schwert
2012: Du bist nicht mein Feind! – Netzwerke bauen für den Frieden
2013: "Hätte ich doch Flügel wie eine Taube" (Psalm 55)
2014: "Gott gab uns Atem, damit wir leben"
2015: "Sie werden sicher wohnen" (Micha 5,3)