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Friedensmeditation im Kloster Jakobsberg

01.11.2024 18:00 - 03.11.2024 13:00

Das kolonisierte Ding wird Mensch
Frantz Fanon: Befreiung aus Strukturen der Gewalt


Leitung: Dr. Thomas Wagner, Berater, Trainer, Meditationsbegleiter

Ort: Bildungsstätte Kloster Jakobsberg, Am Sankt Jakobsberg, 55437 Ockenheim; Tel.: 06725 304 111; www.klosterjakobsberg.de

Kosten: 200,- € (inkl. Unterkunft und Verpflegung)

Veranstalter: pax christi-Fulda, pax christi Rhein-Main, Katholische Erwachsenenbildung Maintaunus, Hochtaunus und Frankfurt im Bistum Limburg, Referat Frieden und Gerechtigkeit im Bistum Mainz

Die Anmeldung und den Flyer finden Sie hier zum Download.

 

Eine bessere Welt ist möglich ist die tiefe Überzeugung von Frantz Fanon. Mit ihm können wir an unserer Ohnmacht arbeiten und eine engagierte Mystik entdecken:

„Was zählt ist nicht die Welt zu verstehen, sondern sie zu verändern.“

„Der Reichtum der imperialistischen Länder ist auch unser Reichtum. Europa hat sich an dem Gold und an den Rohstoffen der Kolonialländer unmäßig bereichert. Dieses Europa ist buchstäblich das Werk der Dritten Welt. Die Reichtümer, an denen es erstickt, sind den unterentwickelten Ländern buchstäblich gestohlen worden.“

„Die Menschheit erwartet etwas anderes von uns als diese fratzenhafte und obzöne Nachahmung der Europäer… Für Europa, für uns selbst und für die Menschheit, Genossen, müssen wir eine neue Haut schaffen, ein neues Denken entwickeln, einen neuen Menschen auf die Beine stellen.“

„Für ein kolonisiertes Volk ist der wichtigste Wert, weil der konkreteste, in erster Linie das Land: das Land, das ihm Brot und vor allem anderen Würde bringen wird.“

„Es gibt auf beiden Seiten der Welt Menschen, die suchen.“

Frantz Fanon

 

Mystik entdecken und das ganze Leben umarmen
„Ich, ein Farbiger, weiß nur das eine: Dass das Werkzeug niemals den Menschen beherrsche.
Dass die Unterjochung des Menschen durch den Menschen ein für allemal aufhöre.

Das heißt meine Unterjochung durch einen anderen. Der Neger ist nicht. Ebenso wenig der Weiße.

Beide müssen wir die unmenschlichen Wege unserer Vorfahren verlassen, damit eine wirkliche Kommunikation entstehen kann.

Überlegenheit? Unterlegenheit?
Warum nicht einfach versuchen, den anderen zu berühren, den anderen zu spüren, mir den anderen zu offenbaren. Ist mir meine Freiheit denn nicht gegeben, um eine Welt das Du zu errichten?

Wir wünschen uns, dass man mit un die Offenheit jeden Bewusstseins spürt.

Mein letztes Gebet: O mein Leib, sorge dafür, dass ich immer ein Mensch bin, der fragt!“

Frantz Fanon, in „Schwarze Haut, weiße Masken“

 

Frantz Fanon, 1925 in der französischen Kolonie Martinique geboren, studierte in Frankreich Philosophie und Medizin, während des 2. Weltkrieges kämpfte er als Partisan. Wie sein Zeitgenosse Che Guevara kam er als Arzt zu seiner revolutionären Laufbahn in einem fremden Land. Er gründete Afrikas erste psychiatrische Klinik und engagierte sich in der algerischen Befreiungsbewegung. Sein Buch „Die Verdammten dieser Erde“ wurde das „Kommunistische Manifest der antikolonialen Revolution“. Und heute in den vielen postkolonialen Debatten spielt Fanon eine große Rolle. Frantz Fanons Leben beleuchtet die Gewalt damals und heute, sein Nachdenken über Rassismus ist Wegweiser auch für unsere polarisierte und verhetzte Zeit, ob in Gaza/Israel oder in der Ukraine! Frantz Fanon, der mit 36 Jahren an Leukämie starb, ist eine Symbolfigur für die weiter ausstehende Befreiung Afrikas, des globalen Südens. Er brannte und verbrannte für die Befreiung des ausgebeuteten Südens im Kampf für globale Gerechtigkeit. Zwei Motive bildeten Kerne seiner Leidenschaft: Befreiung und das Brot der Armen. Alles andere war nachrangig. Sein Ja zur revolutionären Gegengewalt werden wir kontrastieren mit Mahatma Gandhis gewaltfreien Kampf, dem anderen großen Denker des antikolonialen Befreiungskampfes. Wir wollen deren Mystiken der Tat entdecken, in der Meditation, in der Stille, im Dialog.

Thomas Wagner

Wöchentlich wiederkehrende Termine

Ökumenisches Friedensgebet: freitags in Mainz

Jeden Freitag findet in der Citykirche in Mainz um 17 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet statt. Für den Frieden zu beten ist ein wichtiges Anliegen unserer Zeit. Die 30-minütige Andacht wird im Wechsel von der Anglikanischen Gemeinde, der Evangelischen Stadtkirchenarbeit und der Katholischen Cityseelsorge unter Beteiligung von pax christi gestaltet.
Ort: Kirche St. Christoph, Christofsstr. 1, 55116 Mainz
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