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Bericht unseres Praktikanten

von Khalil Abbas

Vorstellung und Rückblick auf mein Praktikum bei pax christi Rhein-Main

Mein Name ist Khalil Abbas. Ich komme aus Syrien und studiere Politik und Gesellschaft mit Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bonn. Seit April durfte ich ein Praktikum im Büro von pax christi Rhein-Main absolvieren. Für mich war dieses Praktikum eine wertvolle Gelegenheit, praktische Einblicke in die Friedensarbeit zu gewinnen und meine persönlichen Erfahrungen mit meinem politischen und wissenschaftlichen Interesse zu verbinden.

Der Wunsch, mich mit Frieden, Konfliktbearbeitung und Gerechtigkeit zu beschäftigen, begleitet mich schon seit vielen Jahren. Er ist nicht nur aus dem Studium entstanden, sondern auch aus meiner eigenen Lebensgeschichte. Ich habe politische Umbrüche, Gewalt und Krieg im Nahen Osten aus nächster Nähe erlebt und beobachtet. Diese Erfahrungen haben in mir die Frage wachsen lassen, wie Frieden entstehen kann, wie Versöhnung möglich wird und wie Menschen trotz Gewalt, Flucht und Verlust ihre Würde und Hoffnung bewahren können.

Auf pax christi bin ich durch die Veranstaltung „Frieden denken – Frieden umsetzen: Wissenschaft und Praxis im Dialog“ aufmerksam geworden. Besonders beeindruckt hat mich dort die Verbindung von wissenschaftlicher Reflexion und praktischer Friedensarbeit. Ich wollte besser verstehen, wie friedenspolitische Werte in konkrete Projekte, Bildungsarbeit, öffentliche Stellungnahmen und gesellschaftliches Engagement übersetzt werden. Daraus entstand mein Wunsch, ein Praktikum bei pax christi zu machen.

Während meines Praktikums bei pax christi Rhein-Main konnte ich unterschiedliche Bereiche der Arbeit kennenlernen. Dazu gehörten Einblicke in Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, interne Abstimmungen, friedenspolitische Themen und die Arbeit mit Mitgliedern und Arbeitsgruppen. Besonders wichtig war für mich zu sehen, dass Friedensarbeit nicht nur aus großen politischen Forderungen besteht, sondern auch aus Zuhören, Dialog, Vernetzung und beharrlichem Engagement.

Aus dem Praktikum nehme ich vor allem mit, dass Frieden immer konkret gedacht werden muss: in Bezug auf Menschen, auf ihre Erfahrungen, auf politische Verantwortung und auf gesellschaftliche Strukturen. Frieden bedeutet für mich nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern auch Gerechtigkeit, Aufarbeitung, Menschenwürde und die Möglichkeit, gehört zu werden.

Auch nach dem Ende meines Praktikums möchte ich pax christi verbunden bleiben. Besonders gerne möchte ich mich weiterhin in Themen einbringen, die Syrien, Flucht, Migration und Menschenrechte betreffen. Geplant sind Austauschformate zu Fragen wie: Welche Rolle spielen Aufarbeitung und Versöhnung für einen gerechten Frieden in Syrien? Wie prägen Fluchterfahrungen den Blick auf Europa und seine Flüchtlingspolitik? Und was bedeutet die politische Debatte über Rückkehr syrischer Geflüchteter im Spannungsfeld zwischen Menschenwürde und staatlicher Migrationspolitik?

Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, diese Themen gemeinsam mit pax christi weiterzudenken und in Veranstaltungen einzubringen. Mein Ziel ist es, Brücken zu bauen: zwischen persönlicher Erfahrung und politischer Analyse, zwischen wissenschaftlicher Perspektive und praktischer Friedensarbeit und zwischen Menschen, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.

Khalil Abbas