Liebe Leserinnen und Leser,

die Bundesregierung will wieder mehr Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien zulassen, USA und Russland wollen den INF-Vertrag kündigen (hatten wir nicht schon mal gegen Mittelstreckenraketen demonstriert?) - manchmal frage ich mich schon, ob es etwas bringt, sich bei pax christi zu engagieren oder ob ich mich trotz Mangel an grünem Daumen eher als Bio-Gärtnerin betätigen sollte.

Umgekehrt macht es viel schlechtere Laune, sich über derartige Nachrichten nur zu ärgern, statt mit netten Leuten etwas zu überlegen, wie es besser laufen könnte. Und es macht Mut zu wissen, dass in vielen Ländern Menschen bei pax christi für ähnliche Ziele arbeiten.

Ich hoffe, Ihnen/Euch geht es auch öfter mal so.

Mit den besten Wünschen,
Susanne Margraf-Epe

 
 

Mittwoch, 06.03.19, 19 -21 Uhr in Frankfurt
100 Jahre ILO - Die Automobilindustrie zwischen globalen Wertschöpfungsketten und sozialökologischer Konversion

Am Beispiel der Automobil-Produktion wird der ausbeuterische Charakter von globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten dargestellt. Die Transformation der Branche ist technologisch und ökologisch getrieben. Bleibt die Soziale Absicherung der Beschäftigten dabei auf der Strecke? Was können wir tun, um einen sozialökologischen Umbau zur erreichen?

Mit Dr. Martin Krzywdzinski, Wissenschaftszentrum Berlin
Ulrike Jakob, stellv. BR-Vorsitzende von VW Baunatal

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Ort: Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Samstag, 09.03.19 um 9 - 17 Uhr in Frankfurt
Ars vivendi - Gesungenes Gebet. Erfüllter Raum

Wie kann der Gesang Räume der Stille und Einkehr eröffnen? Die Reihe Ars vivendi möchte die Kunst, zu leben reflektieren und vorsichtige - auch christliche - Orientierungen anbieten.
Mit Helge Burggrabe
Bitte schriftlich anmelden (auch per mail) unter A 190 309 TW

Ort: Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Montag, 11.03.19 um 17 Uhr in Koblenz
Mahnwache "Seenotrettung"

Die Mahnwache gedenkt der Ertrunkenen im Mittelmeer und mahnt die Rettung der Flüchtenden an. Um 17.30 Uhr schließt sich das ökumenische Gebet in der City-Kirche an.

Ort: Jesuitenplatz, Koblenz

Donnerstag, 14.03.19, 19.30 - 21.30 Uhr in Frankfurt
Asiatischer Buddhismus - Abendländisches Christentum?

Lassen sich Kultur und Religion voneinander trennen? Wo schlägt das Herz buddhistischer Menschen? Worauf können ChristInnen auf gar keinen Fall verzichten? Diese Fragen beleuchten

Junita Lasut, Pfarrerin der Ev.-Indones. Gemeinde Frankfurt
Puntsok Tsering, stellv. Geschäftsführer im Tibethaus Frankfurt

Ort: Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Samstag, 16.03.19, 11 - 14 Uhr in Offenbach
Europa wählt Menschenwürde - internat. Aktionstag gegen Rassismus

Zu dieser Kundgebung lädt ein breites Bündnis der Offenbacher Gruppen ein. Die pax christi-Gruppe Offenbach ist mit einem Infostand dabei.

Ort: Aliceplatz, Offenbach

Dienstag, 19.03.19, 19 - 21 Uhr in Frankfurt
100 Jahre ILO: Schlechte, billige, prekäre Jobs - Globale Migration und Ausbeutung

und was wir dagegen tun können. Denn geregelte Vollerwerbsarbeit in tariflich abgesicherten Verhältnissen wird zur Ausnahme. Stattdessen machen sich ungesicherte, prekäre und entgrenzte Arbeit immer mehr breit. Care-Arbeit wird überwiegend in Teilzeit und prekär vollzogen; in Lieferdiensten wächst die Scheinselbständigkeit, im Bau- und Hotelgewerbe gibt es oft Hungerlöhne für billige Arbeitsmigranten. Mit

Christa Wichterich, Soziologin, Publizistin und Autorin, Basel
AkteurInnen von FIM (Frauenrecht ist Menschenrecht), Faire Mobilität, Liefern am Limit

Ort: Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Mittwoch, 20.03.19, Wetzlar
Ausstellung "Hibakusha" über die weltweiten Opfer der nuklearen Kette

Die Ausstellung zeigt die gesundheitlichen und sozialen Folgen der nuklearen Kette und wird bis zum 18. April gezeigt.

Ort: Ernst-Leitz-Straße 30, 35578 Wetzlar

Donnerstag, 21.03.19 um 19 Uhr in Ingelheim
Zwischen Spirituallität und gesellschaftlichem Engagement: Wie (un)politisch darf/muss Christentum sein?

Ein Vortrag von Burkhard Hose mit anschließender Diskussion

Ort: Ottonenstraße 7, Ingelheim

Donnerstag, 21.03.19 um 19 Uhr in Mainz
Friedens-Gottesdienst mit pax christi

Herzliche Einladung zum offenen Gottesdienst mit Pfarrer Michael Baunacke. Anschließend wird herzlich zum Stammtisch eingeladen.

Ort: St. Christophorus, Christophstraße 1 (Altstadt), Mainz

22. - 24.03.19 in Hofheim
Friedensmeditation "Hugo M. Enomiya Lasalle"

Pater Lasalle (1898 - 1990) - Friedensstifter, Jesuit und Zen-Meister gehört zu den Pionieren des interreligiösen Dialogs und ist ein wichtiger Brückenbauer zwischen Ost und West.

Pater Lasalle überlebte den Abwurf der Atombombe in Hiroshima 1945, blieb in Japan und baute dort die Friedenskirche auf. Er inkulturierte sich in den Zen-Buddhismus. Er sagt: Echtes Zen steht nicht im Wilderspruch zu irgendeiner Religion, auch nicht zum Christentum. Es kann jedem Menschen helfen, auf seinem Weg weiterzukommen.

Kosten: 160 €, Anmeldung bitte an friedensarbeiter@pax-christi.de

Ort: Franziskan. Zentrum, Kreuzweg 23, 65719 Hofheim

Mittwoch, 27.03.19, 19.30 Uhr in Bingen-Büdesheim
Misereor-Fastenaktion: Carmen Garcia, Gast aus El Salvador

Frau Carmen Garcia aus El Salvador, Brasilien, ist einige Tage zu Gast in der Rhein-Main-Region. Sie berichtet über ihre Arbeit in der Organisation FUNDASAL sowie über die aktuelle Situation in El Salvador. Frau Garcia hat Architektur studiert, ihr Schwerpunkt liegt beim Bau mit Erd- und Naturstoffen. Sie leitet Gruppen an, Bauprozesse selbst zu gestalten, indem sie Versammlungen und das Erlernen der Techniken begleitet. Sie hilft auch dabei, dass die Menschen sich aktiv beteiligen und ihr Wissen weitergeben; somit werden sie unabhängig von der Organisation.

Ort: Kath. Pfarrsaal, Pfarrer-Michel-Straße 15, Bingen-Büdesheim

weitere Varanstaltungsorte:

Donnerstag, 28.03.19, 19.30 Uhr in Wörrstadt, Pariser Straße 44, Bonifatiushaus
Freitag, 29.03.19, 19.30 Uhr in Nackenheim, Ketteler Saal, Karl-Abt-Straße 1
Samstag, 30.03.19, 19 Uhr in Rüsselsheim-Königstädten, Pfarrei Johannes XXIII., Vorabendmesse, anschl. Vortrag im Pfarrsaal
Sonntag, 31.03.19 um 10.30 Uhr in Nidderau-Heldenbergen, Pfarrei Mariä Verkündigung, Pfarrgesse 27, Familiengottesdienst, anschl. Vortrag im Pfarrsaal
Montag, 01.04.19 um 19 Uhr in Heppenheim, Weltladen, Markt 17

Donnerstag, 28.03.19, 18 - 21 Uhr in Frankfurt
Projektgruppe Rüstungsexporte Rhein-Main

Die Projektgruppe trifft sich zur weiteren Planung ihrer Aktivitäten 2019. Es wird einen inhaltlichen Input zur Arbeit des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geben.

Ort: Kath. Pfarrei Sankt Gallus, Mainzer Landstraße 299, Frankfurt

Freitag, 29.03.19, 19 - 21 Uhr in Frankfurt
Andreas Zumach: Die neue nukleare Bedrohung. Wie geht es weiter nach der Kündigung des INF-Vertrages?

Eine Diskussionsveranstaltung zum aktuellen Thema. Andreas Zumach (Genf) referiert zur aktuellen Lage,  auf dem Podium sind Jonathan Seel (ICAN) und Thomas Schwoerer (Bundessprecher DFG-VK). Moderation Mirjam Meinhardt, Politik-Redakteurin (SWR, Baden-Baden). Anschließend offene Diskussion im Plenum.

Veranstalter sind die Kath. Akademie Rhabanus-Maurus, pax christi Rhein-Main, DFG-VK Frankfurt, IPPNW Frankfurt, Friedens-und Zukunftswerkstatt, attac Frankfurt

Ort: Großer Saal im Haus am Dom in Frankfurt, Domplatz 3, 60311 Frankfurt

Freitag, 29.03.19, 16 - 19 Uhr in Mainz
Zivile Konfliktbearbeitung: Burundi - Die Rolle von Friedens-Journalisten

weitere Infos in Kürze unter www.gewalt-loest-keine-konflikte.de

Ort: Landeszentrale für polit. Bildung Rhein-Main, Kronberger Hof 6, 55166 Mainz

Sonntag, 31.03.19 um 17.30 Uhr in Idstein
Friedensgottesdienst mit pax christi

Herzliche Einladung zum Friedensgottesdienst mit pax christi und Thomas Schmidt. Anschließend wie immer die Einladung zum Bleiben und zu einem gemeinsamen Imbiss.

Ort: St. Martin, Wiesbadener Straße 21, Idstein

Berichte ...

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Montabaur. Fast 200 Menschen kamen am Sonntagnachmittag im Forum St.Peter in Montabaur zum ökumenischen Gedenken an die Schoah (Verfolgung und Ermordung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus) zusammen. Am 27. Januar 1945 wurde das deutscheKonzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch sowjetische Truppen befreit. Seit 1996 begeht Deutschland an diesem Tag den Schoah-Gedenktag; 1998 fand die erste ökumenische Gedenkveranstaltung in Montabaur statt. Auch in diesem Jahr hatten die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, Pax Christi und die Katholische Erwachsenenbildung Westerwald-Rhein-Lahneingeladen.

Henryk Fridman (58)sprach zum Thema „Als Jude heute in Deutschland leben“. Fridman, Mitglied im Vorstand der jüdischen Gemeinde Offenbach, ist Sohn eines Holocaust-Überlebenden, der in Buchenwald und Auschwitz gewesen war, darüber aber niemals etwas berichten wollte. Er ist in Deutschland geboren; hier hat er immer gelebt. Seinen Vater habe er oft gefragt, wie er nach solchen Erlebnissen in Deutschland habe bleiben können, schilderte Fridman. Der Vater habe immer geantwortet, er hätte doch gar nicht gewusst wohin, er hätte doch gar nicht woanders leben können.

Wie lebt man als Jude heute in Deutschland? Das war die Frage am Schoah-Gedenktag. „Gut leben wir Juden in Deutschland“, antwortete Fridman plakativ. „Ich bin ja auch Deutscher, nur eben jüdischen Glaubens!“ Und er warf seinerseits die Frage auf, ob es denn einen Unterschied machen dürfe, welchen Glaubens und welcher Herkunft ein Mensch ist. „Wir sind doch alle schließlich nur Menschen!“ Aus seinem eigenen Leben berichtete Fridman, dass ihm nur selten Antisemitismus begegnet sei. Als Gemeindevorstand erfahre er allerdings von zahlreichen Ressentiments. „Weshalb denn an manchen Schulen der Ausruf ‚Du Jude‘ wieder ein gebräuchliches Schimpfwort geworden sei“, fragte er. Es komme eben darauf an, was Kinder und Jugendliche im Elternhaus und in der Schule hören und erfahren. Der Holocaust sei dort nicht selten kein Thema mehr. Stattdessen heiße es oft, dass es langsam genug sei mit dem Gedenken.„Das aber ist falsch!Es geht doch gar nicht darum, den Deutschen immer die Schuld zu geben. Die meisten heute Lebenden sind ohnehin nach 1945 geboren. Und auch viele andere Länder in der Welt tragen Schuld am Schicksal der Juden im 20. Jahrhundert“,betonte Fridman. „Es geht darum, nichts davon zu vergessen!“

Heute leben etwa 125.000 Juden in Deutschland – unter 84 Millionen Einwohnern. Eine verschwindend geringe Zahl. Aus Angst vor verbalen oder tätlichen Attacken wagten es viele nicht, sich offen zum Judentum zu bekennen. Jüdische Einrichtungen in Europa und in der Welt bräuchten Schutz durch  Polizeikräfte oder Sicherheitspersonal. Synagogen, jüdische Schulen und Kindergärten glichen Hochsicherheitstrakten. Fridman: „Das macht uns auch keinen Spaß!“ Und dass Männer mit Kippa (jüdische Kopfbedeckung) auf offener Straße beschimpft oder geschlagen würden, ist auch in Deutschland wieder vorgekommen. „Das ist nicht schön“, sagt Fridman dazu. „Das Judentum ist ein Teil von Deutschland. Und (nicht nur) Deutschland sollte weltoffen und tolerant sein.“ Das gelte es in den Schulen und Elternhäusern zu leben und zu lehren, z.B. durch zwischenmenschlichen Begegnungen und Freundschaften, die aus persönlichen Kontakten, aus Reisen oder aus Schulaustauschprogrammen entstehen könnten.

Dass es vielerorts auch gut funktioniere, berichtete Fridman ebenfalls. Sein Arbeitgeber gewähre ihm selbstverständlich an jüdischen Feiertagen Urlaub, und Anfeindungen vonseiten der Kolleginnen und Kollegen gäbe es nicht. Und er erzählt, wie vor wenigen Jahren die jüdische Gemeinde Offenbach eine neue Thora erhalten habe: „Das war ein Festtag für die Gemeinde, an der auch viele nichtjüdische Bürgerinnen und Bürger der Stadt Offenbach teilgenommen haben. Aufklärung ist das Wichtigste: Dass Juden, Christen, Muslime, Atheisten, alle gleiche Menschen sind.“

Für Fragen und auch Einzelgespräche stand Henryk Fridman noch vielen Gästen zur Verfügung. Musikalisch gestaltet wurde die Gedenkstunde vom Klarinetten-Duo des Landesmusikgymnasiums Montabaur und vom Frauenchor Bocapella.

Bild 1: Henryk Friedman, Vorstand der jüdischen Gemeinde in Offenbach, berichtet beim Schoah-Gedenktag in Montabaur über das Leben von Juden in Deutschland.

Bild 2: Blick ins Forum St. Peter bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus.

 
 

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