30.05.2018

Frieden Geht!

Der Staffellauf gegen Rüstungsexporte kam auf seinem Weg von Oberndorf bis Berlin unter anderem auch in Darmstadt, Frankfurt und Fulda vorbei. Auf seinem Weg durch die Region wurde er von vielen Menschen und Veranstaltungen begleitet.
Bilder: Eugen Wehner
Bilder: Eugen Wehner
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„Frieden Geht!“ – die zentrale Botschaft des Staffellaufs gegen Rüstungsexporte, der sich von Pfingstmontag bis zum 2. Juni seinen Weg durchs Land bahnt steckt bereits im Namen. Der Staffellauf war vom 25. bis 27. Mai zu Gast in der Region und verlief von Mannheim kommend über Darmstadt nach Frankfurt und von dort weiter nach Fulda und Kassel. Entlang der Wegstrecke wurde der Lauf von Veranstaltungen in verschiedensten Formaten begleitet. So wurden die ankommenden Läuferinnen und Läufer in Darmstadt-Eberstadt mit fröhlichem Trommeln, Kaffee und Kuchen empfangen und die nächsten in Richtung Darmstadt Ludwigsplatz verabschiedet. Dort fand am Nachmittag eine größere Kundgebung statt, auf der sich unter anderem auch der bekannte Rüstungsexportgegner Jürgen Grässlin zu Wort meldete.

Der Staffellauf gegen Rüstungsexporte ist ein Projekt eines breiten Bündnisses aus gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Trägerorganisationen. Er startete am 21. Mai in Oberndorf vor den Toren des Waffenherstellers Heckler und Koch und endet am 2. Juni in Berlin. Mit dem Lauf quer durch Deutschland wollen die Organisatoren ihre Forderung einer breiten Öffentlichkeit und auch der Politik vermitteln: kein Export von Kriegswaffen und Rüstungsgütern. Als wichtige Schritte auf dem Weg dorthin benennen sie einen Exportstopp an menschenrechtverletzende und kriegsführende Staaten sowie ein Exportverbot für Kleinwaffen und Munition.

Diese Forderungen teilen auch die rund 200 Menschen, die sich zur großen Abschlussveranstaltung der Tagesetappe am vergangenen Freitag auf dem Frankfurter Paulsplatz versammelt haben. Dort haben regionale Veranstalter wie die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK), die Frankfurter Friedens- und Zukunftswerkstatt, das Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche Hessen und Nasse und Kurhessen-Waldeck sowie die pax christi-Diözesanverbände Fulda, Limburg und Mainz ein buntes Abendprogramm mit Redebeiträgen und Musik organisiert.  
Zur Einstimmung spielt das Duo Saxodeon und der Chorale francophone verdeutlich in seinem musikalischen und inhaltlichen Beitrag die Auswirkungen von Rüstungsexporten auf die Demokratische Republik Kongo. Dr. Ursula Fechter ist gerade dabei im Namen der Stadt Frankfurt die Anwesenden zu begrüßen als die große Gruppe aus Läuferinnen und Läufern aus Neu-Isenburg unter dem Applaus der Menschen auf dem Paulsplatz eintrifft. Vorne weg wird das Staffelholz getragen in dem ein Papier mit den zentralen Forderungen des Laufes steckt. Dahinter folgt ein fast lebensgroßer Panzer aus Holz und Karton, der die Aufmerksamkeit, die der Gruppe zuteilwird, noch erhöht.

Sabine Müller-Langsdorf, Friedenspfarrerin der EKHN kritisiert in ihrem Beitrag unter anderem die sprachliche Verklärung von Kriegsgerät. „Wieso bekommen Panzer niedliche Tiernamen wie Leo?“, fragt sie. „Das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit“, so Müller-Langsdorf weiter.
Auch Thomas Carl Schwoerer, Bundessprecher der DFG-VK äußert sich zu den verheerenden Wirkungen deutscher Rüstungsexporte. „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben über eine Million Menschen ihr Leben durch Waffen von Heckler und Koch verloren: Das ist Beihilfe zum Massenmord“, so Schwoerer. Da der Bundestag schon bald über die Anschaffung von Drohnen entscheiden wird fordert er die Zuhörenden auf: „Bitte schreibt die Abgeordneten im Haushalts- und Verteidigungsausschuss und eure örtlichen Abgeordneten an mit der Forderung keine Kampfdrohnen anzuschaffen.“ Für den musikalischen Abschluss des Abends sorgt schließlich mit viel Wortwitz der Frankfurter Beschwerdechor.
Am Samstagmorgen setzt der Staffellauf Weg in Richtung Fulda fort. Entlang der gesamten Wegstrecke gibt es Friedensfeste und beim Tagesendpunkt in Fulda werden die Läuferinnen und Läufer von rund 100 Personen in Empfang genommen.
Am Sonntagmorgen schnüren dann einige pax christi-Mitglieder aus Fulda selbst die Laufschuhe und sind Teil der 50-köpfigen Laufgruppe, die sich von Fulda in Richtung Kassel auf den Weg macht, damit die Forderungen von „Frieden Geht!“ bald in Berlin, in Hörweite der Politik ankommen werden. 


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