11.04.2019

Idsteiner Kreuzweg der Schöpfung - Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen

Die pax christi-Basisgruppe lädt dazu ein, den von ihr entwickelten "Idsteiner Kreuzweg der Schöpfung" in nachdenklicher Stille am Karfreitag mitzugehen.

Der Kreuzweg beginnt am Karfreitag, den 19. April um 12 Uhr vor dem Rathaus in Idstein.
Alle weiteren Informationen finden Sie im angehängten Flyer und in unten stehendem Text:

Am Karfreitag, den 19.April, findet zum ersten Mal in der Idsteiner Innenstadt ein besonderer „Kreuzweg“ statt, zu dem nachdenkliche Menschen aller Konfessionen eingeladen sind. Im Mittelpunkt dieses Kreuzwegs, der sich an der alten christlichen Tradition orientiert, am Karfreitag den Leidensweg Jesu mitfühlend nachzugehen, steht das Leiden der Schöpfung. Wir können nicht mehr die Augen davor verschließen, dass unsere Umwelt durch unser eigenes Verschulden leidet, Tier- und Pflanzenarten sterben aus, Menschen verlieren ihren Lebensraum, die Naturschätze der Erde werden für unseren Wohlstand rücksichtslos ausgebeutet,“ beschreibt Ute Schäfer von der Pax Christi Gruppe Idee den Anlass zu diesem Angebot.

Auf Initiative der Pax Christi Gruppe haben sich Vorbereiterinnen und Vorbereiter aus in   diesen Zusammenhängen engagierten Gruppen getroffen, um den „Leidensweg“

unserer Mitwelt an fünf Stationen in der Idsteiner Innenstadt aktuell erlebbar zu machen.

Der Kreuzweg beginnt mit einer Einführung um 12.00 Uhr am Rathaus, dem Zentrum politischer Entscheidungen für unsere Stadt. Der erste Weg führt über die Weiherwiese zum Weltladen, dessen Mitarbeiter den Mitgehenden bewusst machen, was es heißt, beim Einkauf stets nur auf niedrige Preise zu achten, die beispielsweise auf Kosten der kleinbäuer-lichen Kaffeeproduzenten erzielt werden. Der BUND Idstein lenkt an der zweiten Station den Blick darauf, dass die Produktion von Lebensmitteln oft mit lebensfeindlichen Methoden, wie beispielsweise dem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln oder der Massentierhaltung, verbunden ist. Vor dem Bürgergarten wird deutlich gemacht, dass es auch positive Möglichkeiten gibt, Nahrungsmittel zu erzeugen. Die dritte Station in der Nähe eines Reisebüros führt vor Augen, dass die Wünsche nach Mobilität, schneller und bequemer Erreichbarkeit von Zielen im persönlichen Alltag und überall auf der Welt mitverantwortlich sind für den Wandel unseres Klimas, den Anstieg des Meeresspiegels, das Abschmelzen der Gletscher und die Zunahme von Unwettern und Katastrophen, gerade und besonders oft in den benachteiligten Ländern des globalen Südens. Auch die vierte Station am Bankenkreisel zeigt, dass ganz persönliche Entscheidungen dazu führen können, dass Dinge geschehen, die die meisten Menschen eigentlich ablehnen: Durch die Zurverfügungstellung von Krediten an Waffenhersteller, an Energiekonzerne oder Textilfabriken werden Waffenexport in kriegsführende Staaten, klimafeindliche Projekte und ausbeuterische Arbeitsbedingungen möglich gemacht – dies geschieht nicht nur durch hohe Kredite der Großbanken, auch unsere regionalen Hausbanken sind durch ihre Beteiligungen an Fonds dabei. Die fünfte und letzte Station führt zur Gedenkstätte des Kalmenhofs und lädt ein, den egoistischen Gedanken des „Ich zuerst“ zu hinterfragen. Was ist ein Menschenleben wert? Nimmt der Wert menschlichen Lebens ab, beispielweise wenn Menschen alt und gebrechlich werden? Wie erleben wir Menschen mit Behinderungen, geflüchtete Menschen und Menschen, die anders leben?

An dem zum Innehalten einladenden Ort wird der aus einem alten gregorianischen Choral stammende Satz „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“ an heutigen Lebensorten spürbar. Hier wird der Idsteiner Kreuzweg der Schöpfung gegen 13.30 Uhr in Stille zu Ende gehen.

 


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