12.08.2020

pax christi-Mitgliederversammlung 2020

pax christi Rhein-Main beschließt im Rahmen seiner Mitgliederversammlung eine Kampagne zur Aufnahme von Geflüchteten.

 

Die Mitgliederversammlung des pax christi Regionalverbandes Limburg-Mainz hat am Samstag, den 8. August in Hofheim beschlossen, eine Kampagne zur Aufnahme aller Geflüchteten aus den Lagern auf den griechischen Inseln in Deutschland zu starten.

 

Kein Weihnachten in Moria

„Jede und jeder weiß, unter welch katastrophalen und unwürdigen Bedingungen die Menschen seit Monaten, ja schon seit Jahren, in den völlig überfüllten Lagern ohne Hoffnung leben müssen. Und das auf europäischem Boden unter Verantwortung der Europäischen Union. Das ist eine Schande für Europa und unser Zuschauen "beschädigt auch die Würde jedes und jeder Einzelnen von uns als auch die humanitäre Grundlage der EU“, so Thomas Meinhardt, Co-Vorsitzender von pax christi Rhein-Main.

Ziel der Kampagne ist es, alle Geflüchteten aus den Lagern auf den griechischen Inseln – derzeit ca. 30.000 Menschen – aus humanitären Gründen noch vor Weihnachten in Deutschland aufzunehmen. „Deutschland hat die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten und auch die Bereitschaft großer Teile der Bevölkerung, diese leidenden Menschen aufzunehmen und ihnen eine Lebensperspektive zu ermöglichen. Zudem haben schon jetzt mehrere Bundesländer und zahlreiche Städte und Landkreise ihre Bereitschaft zur Aufnahme dieser Menschen öffentlich bekundet“, so pax christi-Vorstandsmitglied Christoph Krauß.

pax christi Rhein-Main möchte, gemeinsam mit der Deutschen Sektion der katholischen Friedensbewegung, Bundestagsabgeordnete in Briefen und Gesprächen auffordern, sich an einer interfraktionellen Resolution des Deutschen Bundestages zu beteiligen. Damit soll die Bundesregierung, speziell Innenminister Seehofer, überzeugt werden, noch vor Weihnachten die Aufnahme der Geflüchteten umzusetzen.

Alle weiteren Informationen zur Kampagne erhalten Sie im pax christi-Friedensarbeitsbüro.


Klima und Krieg - Podiumsdiskussion am Freitagabend

Begonnen hatte die Mitgliederversammlung des pax christi Regionalverbandes am Freitagabend (7.8.) mit einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema „Klima und Krieg: Wie wirkt sich die Klimaerwärmung auf Krisen und Konflikte aus?“ Nach einem Einführungsreferat von Dr. Christina Kohler von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Relevanz der Klimaerwärmung als Ursache und Verstärker für Fluchtbewegungen und gewaltsame Konfliktaustragung. Insgesamt ist gerade bei lokalen pax christi-Gruppen zu beobachten, dass Fragen der Klimagerechtigkeit und insgesamt der Zusammenhang von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einen wachsenden Stellenwert in der Arbeit einnehmen.

Arbeitsgemeinschaften und Konferenzteil am Samstag

Am Samstagvormittag widmete sich die Versammlung neben der Planung der o.g. Kampagne mit der „Antirassismus-Arbeit“ noch einem anderen friedens- und gesellschaftspolitisch aktuellen Thema. Unter Begleitung von Deborah Krieg von der Bildungsstätte Anne Frank wurden das Thema und auch die eigenen Anteile teils unbewusster rassistischer Denkmuster näher beleuchtet. Das große Interesse an diesen Fragen macht deutlich, dass hier ein bisher von pax christi Rhein-Main nur am Rande bearbeitetes Feld in Zukunft auch bei pax christi stärker in den Fokus rücken dürfte.

Im Berichts- und Planungsteil der Mitgliederversammlung am Samstagnachmittag wurde eindrücklich deutlich, wie vielfältig die Aktivitäten im Regionalverband sind und wie viele Menschen an unterschiedlichen Orten aktiv sind. So werden auch die zahlreichen geistlichen Angebote – Friedensgottesdienste und Friedensmeditationen –, die Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu einem breiten friedenspolitischen Themenbereich in allen Regionen der Bistümer Limburg und Mainz und die thematischen Schwerpunkte „Kampagne gegen Rüstungsexport“ und Förderung der „Zivilen Konfliktbearbeitung“ weitergeführt.

Am 1. September startet mit einem Gottesdienst im Frankfurter Dom wieder die “Ökumenische Aktion Wanderfriedenskerze“, die in diesem Jahr unter dem Motto „Verbrannte Erde – Kriegsopfer Schöpfung“ steht. In zahlreichen Gottesdiensten und Friedensgebeten vor allem in katholischen und evangelischen Gemeinden wird auch in diesem Jahr der Opfer von „Krieg, Terror und Gewalt“ gedacht – zu denen auch Tiere und die Natur gehören – und ein grundlegendes Umdenken gefordert: „Krieg darf kein Mittel der Politik sein.“

Stärkende persönliche Begegnung unter Einhaltung der Corona-Regeln

Dass diese zwei intensiven und bewegenden Tage mit 35 Teilnehmenden unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln überhaupt möglich waren, ist dem Exerzitienhaus der Franziskaner in Hofheim und den dortigen Mitarbeiter*innen zu verdanken. Im schönen und großen Garten unter schattigen Bäumen konnte so eine zwar teilnehmer*innenreduzierte, aber dennoch gut besuchte Mitgliederversammlung als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Viele äußerten sich darüber, wie wichtig – auch unter Einhaltung der notwendigen Schutzmaßnahmen – solche persönlichen Begegnungen für sie seien. Es war für alle eine stärkende und ermutigende Versammlung.


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