Wanderfriedenskerze

Aktion Wanderfriedenskerze

Späte Einschläge - Folgen von Krieg für Körper und Seele

Bilder und Berichte von Krieg und Zerstörungen in der Ukraine bestimmen seit Monaten unsere Nachrichten. Deutlich wird: Gewalt hat Folgen. Zerstörte Gebäude oder frische Gräber erkennt man sofort. »Blindgänger« und Landminen hingegen liegen verborgen in der Erde, bleiben gefährlich – auf unabsehbare Zeit.

Späte Einschläge des Krieges sind für Menschen auch die inneren, unsichtbaren Wunden (griechisch: Traumata). Diese seelischen Verletzungen betreffen Opfer und Täter:innen. Selbst Helfer:innen können traumatische Belastungen mit sich tragen. Leiderfahrungen werden oft erst einmal verdrängt, kommen dann unkontrolliert wieder hervor und können nach Jahren neues Leid und neue Gewalt verursachen. Diese Erfahrung machen auch alte Menschen hier in Deutschland, die als Kinder den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben. Angesichts der Berichte aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine drängen Kriegserfahrungen wieder ins Bewusstsein und ängstigen noch heute.

In vielen Teilen der Welt, etwa in Laos, aber auch in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens, müssen noch lange nach Ende der Kriege, Minen aus dem Boden entfernt werden um solche späten Einschläge zu verhindern. Für traumatisierte Menschen jedoch wächst Frieden erst da, wo ihre inneren Wunden wahrgenommen werden und der Weg zu Heilung beginnen kann. Traumasensible Friedensarbeit unterstützt sie dabei.

Mit der diesjährigen Ökumenischen Aktion Wanderfriedenskerze beten wir für Menschen, die unter den »späten Einschlägen« von Kriegen leiden. Wir beten im Vertrauen
auf Jesus Christus, der in aller Verwundbarkeit Gewalt und Tod nicht das letzte Wort gelassen hat.

Start der Aktion 2002 und bisherige Themen
Unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001 in New York gründeten verschiedene christliche Gruppen, Gemeinden und Kirchen das Ökumenische Friedenskonveniat Rhein-Main, um über Konfessionsgrenzen hinweg gemeinsam zu beten und Friedensarbeit zu gestalten. Daraus ist 2002 die Aktion Wanderfriedenskerze entstanden: Besonders gestaltete Kerzen »wandern« seitdem in jedem Herbst durch die Rhein-Main-Region und brennen als »Licht des Friedens« bei ökumenischen und konfessionsübergreifenden Friedensgebeten, Gottesdiensten und vielen anderen Veranstaltungen.

Immer am 1. September – dem Beginn des Zweiten Weltkrieges – startet die Aktion Wanderfriedenskerze mit einem gemeinsamen Gottesdienst zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Von dort aus gehen die Friedenskerzen auf ihre Reise durch etwa 70 bis 80 Gemeinden, Schulen und christliche Einrichtungen in der Rhein-Main-Region.

Um Buß- und Bettag, dem letzten Tag der Ökumenischen FriedensDekade, endet die Aktion mit einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst oder dezentralen Abschlüssen. Im Anschluss werden die Friedens­kerzen als verbindende Symbole für Frieden und Versöhnung an Partnerkirchen und -organisationen  insbesondere in Krisen- und Konfliktgebieten in aller Welt weitergereicht.

Themen der vergangenen Jahre
2002: Gedenken an die Opfer von Krieg und Terror
2003: ... und übt nicht mehr für den Krieg
2004: Zur Überwindung von Gewalt
2005: Gestohlene Kindheit - Kinder als Opfer von Krieg und Gewalt
2006: Vorsicht Lebensgefahr! Bedrohung durch Kleinwaffen
2007: Wenn einer anfängt aufzuhören ... Frieden wächst nicht aus Gewalt!
2008: Miteinander Aneinander Vorbei. Schritte zur Solidarität mit Minderheiten
2009: 70 Jahre Kriegsbeginn. Nie wieder!
2010: Leben achten statt Tod verkaufen
2011: Brot und Wasser denen, die fliehen vor dem Schwert
2012: Du bist nicht mein Feind! – Netzwerke bauen für den Frieden
2013: "Hätte ich doch Flügel wie eine Taube" (Psalm 55)
2014: "Gott gab uns Atem, damit wir leben"
2015: "Sie werden sicher wohnen" (Micha 5,3)
2018: „Sie sagen: Friede, Friede - und es ist kein Friede!“ (Jer.8,11)- Gedenken an die Opfer unserer Rüstungsexporte
2019: hibakusha - Leiden.Bombe.Mensch. - Gedenken an die Opfer atomarer Gewalt
2020: Verbrannte Erde - Kriegsopfer Schöpfung
2021: Gestohlene Kindheit - Sackgasse Flüchtlingslager

 

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