Mehr als 50 Interessierte kamen am 27. September zum Informationsabend »Warum flüchten so viele Menschen aus Eritrea?« nach Idstein. Auf Einladung des Idsteiner Friedensbündnisses, der pax christi-Gruppe und der katholischen Gemeinde St. Martin berichtete der Afrikareferent des katholischen Hilfswerkes missio, Hans-Peter Hecking über die bedrückende und doch vielen unbekannte Situation im »Nordkorea Afrikas«. Einige anwesende eritreische Flüchtlinge ergänzten den Vortrag und betonten, wie wichtig solche Abende für sie seien, damit die Bevölkerung über ihre Fluchtgründe informiert werde.
Trotz Schießbefehl nehmen jeden Monat mehr als 4.000 Menschen das Risiko auf sich und überqueren die Grenze zum Sudan oder nach Äthiopien. Mehr als 400.000, das heißt circa sechs Prozent der rund sechs Millionen eritreischen Staatsbürgerinnen und -bürger, sind mittlerweile als Flüchtlinge und Asylsuchende im Ausland, wobei es die meisten nicht weiter als in die angrenzenden Nachbarländer schaffen. Mehr als 10.000 Menschen kamen aus dem ostafrikanischen Land allein im letzten Jahr nach Deutschland, einige auch nach Idstein.