Nehmt Abschied Freunde …
Viele Male haben wir dieses Weltpfadfinderlied mit Volker Meckle gesungen. Nun ist er seinen letzten Pfad gegangen. Wir sind sehr betroffen von seinem Tod. Volker ist in unserer Gemeinde hoch geschätzt.
Mit seinem Glauben, mit seiner sensiblen und sehr nachdenklichen Art sich einzubringen und uns zu hinterfragen, erfuhren wir ihn all die vier Jahrzehnte als sehr bereichernd für die Gemeinde. 1973 schaute er mit seiner Familie bei uns rein, als wir auf der Baustelle des Gemeindezentrums Christkönig waren.
Die Jugendarbeit interessierte ihn. So stellte er uns das Konzept der DPSG, der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, vor. Sein Leben war geprägt von dieser Idee. Kurze Zeit später gab es den ersten Pfadfindertrupp St. Franziskus in Christkönig zusammen mit den „Wurzelmännern“ Winfried, Heiner und Norbert. Der Stamm Regenbogen feierte 2014 sein 40jähriges Jubiläum. Für diese Initiative sind wir Volker unendlich dankbar. Er hat uns und viele mit der pädagogischen Pfadfinderidee des Lord Baden Powell angesteckt. Hunderte von Kindern und Jugendlichen sind diesen Weg seither gegangen und das hat ihr Leben geprägt. Verantwortung für andere zu übernehmen, war Volkers Leitidee, die er in allen Bereichen seines Lebens verwirklichte. In der Familie, im Freundeskreis, der Kommune, Pfarrgemeinde, im politischen Einmischen und Stimme erheben. Den Werdegang unserer Gemeinde seit den 70er Jahren hat er aktiv mit gestaltet in Gruppen und Initiativen.
Als politisch denkender und handelnder Mensch hatte er die großen Zusammenhänge in der Welt im Blick und spürte, wo er gebraucht wurde. Die katholische Friedensbewegung Pax Christi lag ihm sehr am Herzen und war ein Stück seines Lebens. Über 30 Jahre wirkte er in bei pax christi Eschborn und der Diözese mit. Frieden schaffen ohne Gewalt und Waffen – diese Vision verbindet uns über seinen Tod hinaus!
Er hatte viele kritische Glaubensfragen an sich und uns, über die wir miteinander gerungen haben. Wie kann mein Glauben lebensnäher werden? Wir haben viele Gespräche geführt. Oder erinnern wir uns an ihn als „Spielepädagogen“ mit Spielen ohne Verlierer! Ganze Pfarrfeste und Gemeindewochenenden hat er uns damit große Freude bereitet und mit uns einen sensiblen Umgang ohne Gewalt eingeübt.
Volker war ernsthaft, kritisch, mutig vor allem und auch recht nachhaltig, wenn um Ansichten und Meinungen gerungen wurde. Volker war heiter und humorvoll und es war eine Freude, ihn in unserer Mitte zu haben.
Lieber Volker, nun bist du einem Deiner Lieblingslieder gefolgt: „Ich möchte mit einem Zirkus zieh´n, mit vielen bunten Wagen, die Deine Welt und meine Welt auf Rädern heimwärts tragen…“ Dich haben sie nun nach Hause getragen. Darüber freuen wir uns mit Dir und darüber sind wir unendlich traurig. Wir wissen, dass Du mit uns weiterlebst. All Deine Fragen sind nun in Gott beantwortet! Danke für Dein Leben mit uns! Gut Pfad wünschten wir uns so oft!
Deine Ilse Liebetanz
Aus dem Pfarrbrief Christkönig Eschborn, 1.11.2015

