Nachruf
Peter Eisner
Ein Nachruf von pax christi Rhein-Main
Am 12. August ist unser langjähriges Mitglied Peter Eisner nach einer schweren, mit großer Geduld ertragenen Krankheit verstorben. Trotz aller Einschränkungen blieb er frei von Bitterkeit und blickte mit Dankbarkeit und Freude auf sein Leben zurück. Besonders dankbar war er für die Menschen, die ihn in seiner Krankheit begleitet haben.
Mit seinem Engagement auf verschiedenen Ebenen – als Mitglied der Bad Homburger Basisgruppe, dann viele Jahre im Diözesanverband Limburg als Mitglied im Vorstand und als ehrenamtlicher Geschäftsführer, später im Regionalverband Rhein-Main, war Peter ein Eckpfeiler unserer Bewegung. Mit Energie, vernetztem Denken, Überzeugungskraft und einer positiven, innovativen Ausstrahlung brachte er Menschen, Ideen, Projekte und auch Finanzen zusammen: Wer könnte für ein Amt infrage kommen? Wo lassen sich Mitstreiter:innen oder Kooperationspartner:innen für ein pax christi-Projekt gewinnen? Wo können Mittel aufgetan werden? – Einfach Peter fragen, ihm fiel immer etwas ein. Selbst wenn eine Aktion nicht ganz seinem Geschmack entsprach: war sie einmal beschlossen, packte Peter tatkräftig mit an.
Als die Deutsche Sektion von pax christi ihre Geschäftsstelle nach Berlin verlegte, kannte Peter passende Räume bei der Hedwigskathedrale und vermittelte sie. Musste ein Büro renoviert werden, hatte er gleich jemanden parat. Er hatte stets ein offenes Ohr für persönliche Anliegen und hielt den Kontakt zu unseren Senior:innen.
Als unser pax christi-Förderverein 1997 Christoph Diringer als ersten Friedensarbeiter für den pax christi Diözesanverband Limburg einstellte, war es Peter Eisner, der uns beim Katholischen Bezirksamt Hochtaunus ein Büro zur Verfügung stellte. Das war der Beginn einer über 25 Jahre andauernden Bürogemeinschaft in Bad Homburg, die mit der großzügigen Mitnutzung der ganzen Infrastruktur und vor allem durch die kollegialen persönlichen Kontakte im Arbeitsalltag weit über die Bereitstellung eines Raumes hinausging. Auch nach seiner Pensionierung als Bezirksreferent behielt Peter den Schlüssel, schaute immer wieder mal im pax christi Büro vorbei und den Friedensreferenten*innen fürsorglich über die Schulter. Er war sich auch nicht zu schade, nach der Post zu sehen und den Anrufbeantworter abzuhören, wenn das Büro mal nicht besetzt war.
2005 ließ sich Peter in den Fördervereinsvorstand wählen und übernahm damit bis 2019 auch formell Mitverantwortung für unsere hauptamtlichen Friedensarbeiter:innen. Er kannte „Gott und die Welt“ – in der Region, im Bistum und durch seine weltkirchlichen Engagements auch international- und nutzte diese Beziehungen, um thematisch-inhaltliche Bündnispartner zu gewinnen und finanziell-praktische Fördermöglichkeiten für pax christi zu finden. Viele Leute sind durch seine persönliche Ansprache zu pax christi-Mitgliedern und viele auch zu Dauerspender:innen für unsere hauptamtlichen Stellen geworden. Wenn es einen Preis gäbe für den erfolgreichsten Händler von pax christi Wein, dann müsste er posthum an Peter Eisner verliehen werden. In seiner unnachahmlich freundlich-nachdrücklichen Art, immer in Eile, aber trotzdem mit Zeit für ein kurzes Schwätzchen, hat er viele Kisten pax christi Wein an den Mann und die Frau gebracht und auch so aktiv mitgeholfen, unsere Friedensarbeit zu finanzieren. (Martin Weichlein, langjähriges Vorstandsmitglied im Förderverein)
Viele Jahre vertrat Peter pax christi im Hedwigsforum in Frankfurt (einem weltkirchlichen orientierten Gesprächs- und Arbeitskreis mit Schwerpunkt Osteuropa) – und machte auch diese Aufgabe zu seiner persönlichen Sache.
Unvergessen bleibt, wie er federführend eine Begegnungsfahrt für Jugendliche aus Srebrenica organisierte: Mittel beschaffen, Visa-Fragen klären, Unterkünfte finden, das Programm gestalten – Peter erledigte es.
Für ihn war pax christi wie eine Familie. Friedensarbeit, getragen von seinem tiefen Glauben, war sein Herzensanliegen. Und dennoch fand er Zeit für vieles mehr: das Engagement für die Befreiung vom Apartheid-Regime in Südafrika, die Partnerschaft des Bistums Limburg mit Alaminos (Philippinen), den Freundeskreis der Franziskaner in Hofheim und zahlreiche weitere Projekte.
Für unsere Arbeit wird er uns sehr fehlen. Wir trauern um einen lieben Freund, der uns vorausgegangen ist – vielleicht, um schon für uns Quartier zu machen.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, die um ihn trauert.
Ruhe in Frieden, Peter!
Birgit Wehner
(Bundesvorsitzende von pax christi) für den pax christi Regionalverband Rhein-Main)
